11.01.2024

Rückblick auf die Circular Insights Days 2023

Drei Tage voller Kreativität, innovativer Ideen und mitreißender Pitches für die Circular Economy im Bergischen Land

Im November letzten Jahres fanden bereits zum zweiten Mal die Circular Insights Days 2023 statt. Rund 65 Studierende und Berufseinsteiger*innen aus verschiedenen Fachrichtungen haben drei Tage lang gemeinsam mit fünf Unternehmen aus der Region an realen Fragestellungen aus der Bergischen Unternehmenspraxis gearbeitet und neue Ideen im Sinne einer Circular Economy entwickelt. Ihre Ergebnisse präsentierten die zehn Teams beim großen Finale auf der Bühne der Immanuelskirche in Wuppertal dem Staatssekretär des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Verkehr NRW, Viktor Haase, sowie einer Expert*innenjury aus Vertreter*innen des Wuppertal Instituts, des Circular Valleys, dem Kompetenznetzwerk Umweltwirtschaft.NRW, dem Kunststoff-Institut und dem Branchenverband heimtex.

Fünf Unternehmen, fünf Fragestellungen, zehn Lösungen

Vom 8. bis 10. November lautete die Devise: kreativ sein, Neues denken und gemeinsam mit Innovationsmethoden und Design Thinking Zukunftsideen entwerfen. Die Fragestellungen aus der Wirtschaft kamen dieses Jahr von der gwg Wuppertal, STORCH, der AWG Wuppertal, dem Förderverein BUGA Wuppertal und den WSW-Wuppertaler Stadtwerken.

Die gwg Wuppertal plant im Wuppertaler Stadtteil Nächstebreck ein zirkuläres Gebäude zu errichten und gleichzeitig ein Nutzungskonzept für das Quartier zu entwickeln. Die Lösung lautet: vom Wohnen ins Leben kommen. Ein Team legte hierbei großen Wert auf die Kombination von Nahversorgung mit Kultur- und Bildungsangeboten. Auch der modulare Aufbau des Gebäudes, die Verwendung nachhaltiger Baumaterialien sowie die Integration von einer Mobilstation und Urban Farming ist Teil der zirkulären Lösung.

Der Förderverein BUGA Wuppertal brachte die Frage mit, wie die BUGA 2031 in Wuppertal unter zirkulären Gesichtspunkten aufgebaut und in eine nachhaltige Stadtentwicklung integriert werden kann. Das Ziel war „eine BUGA für alle“ zu entwickeln. Auf Grundlage von Befragungen mit Wuppertaler Bürger*innen entwickelten die Teams zum einen eine umfassende Beteiligungsstrategie über acht Jahre und zum anderen diverse Touren, die Wuppertals Vielfalt widerspiegeln sowie verschiedene Zielgruppen einbeziehen.

Bei den WSW ging es darum, wie der dynamische Stromtarif Tal.Markt Flex Kund*innen bestmöglich zur Verfügung gestellt und auch in einem größeren Rahmen auf Quartiersebene und vor allem zirkulärer gedacht werden kann. Beide Teams setzten bei ihrer Lösung auf eine App, mit der Verbraucher*innen mittels Preisalarm, Level-System und Token motiviert werden, regenerativen Strom zu günstigen Zeiten zu nutzen, um das Netz zu entlasten. Eine der Gruppen entwickelte einen Stufenplan, welcher sich bis ins Jahr 2045 erstreckt und neben der App die Automatisierung und Energiespeicherung einschließt.

STORCH hat die Frage nach einem zirkulären Malerwerkzeug mitgebracht. Das Traditionsunternehmen sucht nach Lösungen, sein Produktportfolio zirkulärer aufzubauen und Anwender*innen einen nachhaltigeren Umgang mit Ressourcen zu ermöglichen. Auf der Suche nach einer praxistauglichen Lösung hierfür interviewten die Teams Maler. Zudem wurde die Jury und das Publikum mit einem Rollenspiel überrascht. Durch Rücknahmesysteme und eine Weiterverwendung im Heimgebrauch soll das Malerwerkzeug im Kreislauf bleiben.

Die AWG Wuppertal möchte als kommunales Versorgungsunternehmen Möglichkeiten finden, die Sammlung und den Transport von Abfällen nachhaltiger und innovativer zu gestalten. Damit das Publikum die Dringlichkeit der Lösungsfindung besser nachzuvollziehen kann, lud ein Team zu einer Traumreise in den morgendlichen Stau im Stadtverkehr am Tag der Müllabfuhr ein. Um das Verkehrsaufkommen und Emissionen zu reduzieren, sollen Leerfahrten vermieden werden, indem das Müllauto weitere Funktionen erhält. Das Team hat das Konzept des Schweizer Taschenmessers auf das Müllauto übertragen und die Bewässerung von Bäumen sowie einen Winterdienst integriert. Das andere Team setzt auf eine App, welche Verbraucher*innen mit Bonus-Systemen sensibilisiert und eine optimierte Fahrzeugauslastung, Streckenoptimierungen sowie bedarfsorientierte Abholung ermöglicht.

Die Lösungsansätze werden in den kommenden Wochen und Monaten weiter vertieft und bei der Circular Insights Expo im Frühjahr 2024 präsentiert. Die Expo wird ein Schaufenster für Projekte und die Akteur*innen der Circular Economy im Bergischen sein.

Zukunftsperspektive Kreislaufwirtschaft in NRW

 

Auch Staatssekretär Viktor Haase war begeistert von den innovativen Lösungsideen der jungen Köpfe: „Die Circular Insights Days haben gezeigt, dass wir mehr kreative Lösungen und neue Denkansätze benötigen. Das Bergische Städtedreieck und ganz NRW verfügt über viele Potentiale, engagierte Unternehmen und Know-How – nun gilt es diese Kompetenz zu nutzen und weiter auszubauen. Die Kreislaufwirtschaft ist derzeit noch ein schlafender Riese, den es zu wecken gilt.“
Daher arbeite in NRW das Umweltministerium gemeinsam mit dem Wirtschaftsministerium an der Landeskreislaufwirtschaftsstrategie, die in Kürze veröffentlicht werden soll.

Circular Insights wird im Rahmen der Umweltwirtschaftsstrategie NRW vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert und ist ein Format der Neue Effizienz gemeinnützige GmbH, An-Institut der Bergischen Universität Wuppertal und Denkschmiede für nachhaltige Transformation im Bergischen Städtedreieck.

Sie sind neugierig, welche kreativen Ideen junge Talente für Ihre zirkuläre Fragestellungen finden? Melden Sie sich bei uns und seien Sie als Casegeber*in bei den Circular Insights Days 2024 mit dabei!

Weitere Informationen zu den Circular Insights Days finden Sie auf www.circular-insights.de sowie auf Instagram @circular.insights